Wohnungsbauzinsen erstmalig unter dem EZB-Leitzins

Während der EZB-Leitzins stets unter dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Zinssatz für Wohnungsbaukredite beziehungsweise Hypothekarkrediten lag, ist nun eine Situation eingetreten, welche seit dem Bestehen der Eurozone noch nie gegeben hat. Seit Januar 2024 liegt der EZB-Zins mit 4,0% leicht oberhalb der Wohnungsbaukredite von 3,9%, welche Kredite beschreibt, die zur Finanzierung von eigengenutzten Immobilen genutzt wird. Wohnungsbaukredite werden als Indikator verwendet, um die aktuelle Lage im Immobilienmarkt abzubilden.
Dies bedeutet einerseits, dass der Markt von einer mittelfristigen Zinssenkung ausgeht. Andererseits hat der plötzliche und ungewöhnlich starke Zinsanstieg für Marktturbulenzen gesorgt. Ein Rückgang auf das Zinsniveau der Niedrigzinsphasen wie zwischen 2015 und 2022 ist aktuell nicht zu erwarten. Zwar sind die Zinsen heute immer noch niedriger als in manchen Hochphasen der letzten 25 Jahre, dennoch ergibt sich durch gestiegene Baukosten und Grundstückspreise ein deutliches Hemmnis für viele Immobilieninvestoren.
Dr. Stefan Brauckmann: „In ungewöhnlichen Zeiten passieren ungewöhnlich Dinge. Um eine Marktberuhigung zu erreichen, wird es nun unabdingbar sein wieder möglichst kalkulierbare Zins- und Kostenentwicklungen zu erreichen, um den benötigten Wohnungsbau in Deutschland zu stärken.“