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Übernachtungsportale für Privatunterkünfte – Mögliche Konsequenzen für die Hotelbranche
21.09.2016

Geschlossene Veranstaltung
9. Immobiliensymposium der DekaBank

Projektbeteiligte

Das Beherbergungsgewerbe in Deutschland befindet sich im Wandel. Neue (veränderte) Zielgruppen mit ihren individuellen Wünschen drängen auf den Markt. Insbesondere der Städtetourismus in die internationalen Metropolen und wirtschaftsstarken Großstädte wächst. Zwischen 1995 und 2014 sind die Übernachtungen in Städten mit einer Bevölkerung zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern um 85,8% gestiegen; in Städten mit über 500.000 Einwohnern sogar um rund 170%.

Eine veränderte Nachfrage korreliert mit einem veränderten Angebot. Große Hotelketten haben das sogenannte „Budget-Hotel“ auch in Deutschland etabliert. Für Langzeitaufenthalte werden Apart-Hotels angeboten, die größere Selbstversorgungsmöglichkeiten bieten. Die sehr preisbewusste Kundschaft wird durch „Hostels“ erreicht, die mittlerweile das Image der Jugendherbergsmassenschlafsäle verloren haben.

Parallel zu diesen gewerblichen Hotelprodukten hat sich auch der Markt für Privatunterkünfte entwickelt, welche zunehmend über spezielle Online-Plattformen erfolgreich vermarktet werden. Hier ist es möglich ein Zimmer oder eine ganze Wohnung zu mieten, individuell und zugleich wohnlich eingerichtet. Was für die einen ein willkommener Nebenverdienst bei temporärer Abwesenheit ist, hat sich für einige zu einem Geschäftsmodell ausgebildet bei dem nicht mehr die eigene Wohnung vermietet wird, sondern mehrere Unterkünfte.

Die Nachfrage nach Privatunterkünften ist zweifelsfrei vorhanden, so dass fraglich ist, ob „Zweckentfremdungsverbote“ überhaupt ein wirksames und wünschenswertes Mittel sind. Vielmehr sollte zur Kenntnis genommen werden, dass derzeit ein – aus Anlegerperspektive – interessantes Marktumfeld im Zwischenbereich klassischer Wohn- und Hotelimmobilien entsteht.


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