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Große Schwankungen bei Ausgaben für Mobilität nach Einkommensgruppen
Mobilität ist eines der großen Themen, das uns in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Wie kann Transport nachhaltig, barrierefrei und kostengünstig in der Gesellschaft umgesetzt werden?

Hierbei sind die Kosten und Ausgaben für öffentlichen und privaten Transport ausschlaggebend. Die Ausgaben von privaten Haushalten für den Unterhalt und die Nutzung von Pkws variiert stark nach der jeweiligen Einkommensgruppe.

Während Haushalte 2018 mit einem Nettoeinkommen von unter 1.100€ im Monat durchschnittlich etwa 40€ ausgeben, investieren Haushalte mit über 4.000 Einkommen monatlich 388€, meldet das Statistische Bundesamt. Damit sind die Ausgaben fast zehn Mal so hoch, wie in der niedrigsten Einkommensklasse. Die Ausgaben für den öffentlichen Personennahverkehr (Bus, Bahn und Taxi) sind dagegen weniger stark gestreut. Am wenigsten gibt die Einkommensgruppe unter 1.100€ mit 22€ pro Monat aus. Mit 44€ pro Monat sind die Kosten in der Gruppe ab 4.000€ Einkommen am höchsten.

Für den Unterhalt und die Nutzung privater Pkws sind auch zuletzt die Kosten leicht angestiegen. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Verbraucherpreisindex von 98,5 auf 106,3 erhöht. Besonders starke Schwankungen sind im Kraftstoffpreis feststellbar. Verantwortlich hierfür sind unter anderem die niedrigen Preise durch die Corona-Pandemie und die CO2 -Abgabe, die seit Anfang 2021 gilt. Dementsprechend ist der Kraftstoffpreis im Mai 2021 gegenüber Mai 2020 um 27,5% angestiegen. Der größte Anstieg ist im Bereich Reparatur, Inspektion, Parkgebühr und ähnliches sichtbar (+20%).

Im öffentlichen Nahverkehr sind besonders Preise für Bahnfahrten angestiegen. Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Kosten für Bahnfahrten im Fernverkehr. Von Mai 2015 bis Mai 2021 ist der Preis um etwa 13,6% gesunken. „Verkehrsmittelwahl und Verkehrsaufkommen haben große Auswirkungen auf die Lage und Ausstattung bei Wohnimmobilien. Dabei sollten auch die Einkommen sowie die Alterszusammensetzung der Haushalte in den Wohneinheiten berücksichtigt werden. Es ist absehbar, dass es in den nächsten Jahren einen starken Wandel geben wird. Insofern sind neue Mobilitätskonzepte zwingend bei neuen Planungen miteinzubringen“, argumentiert Steffen Pollman als Analyst für Wohnbauthemen im Moses Mendelssohn Institut.