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Immowelt meldet Preisrückgang bei Studentenbuden in Berlin. Zeigt der Mietpreisdeckel also bereits Wirkung? Dr. Brauckmann vom Moses Mendelssohn Institut warnt vor voreiligen Schlüssen.
Das Immobilienportal Immowelt hat Kaltmieten von Kleinwohnungsinseraten bis 40m² ausgewertet. Dabei wurden die Jahre 2018 und 2019, also noch vor Einführung des Mietendeckels, verglichen.

Brauckmann weist darauf hin, dass bei dieser Datengrundlage unklar ist, ob diese Wohnungen tatsächlich an Studierende vermietet werden und wie hoch die Wohnkostenbelastung insgesamt ist. „Angesichts des begrenzten verfügbaren Einkommens bei jungen Menschen in der Ausbildungs- und Berufseinstiegsphase sind vor allem die Gesamtkosten für eine Unterkunft entscheidend“, so Brauckmann.

Das Moses Mendelssohn Institut untersucht daher die Wohnkostenentwicklung im relativ günstigen Preissegment der Wg-Zimmerangebote. Wider erwarten sind hier die Angebotspreise (Warm, inkl. Strom, Internet) in den ersten beiden Monaten 2020 auf 500 € im Durchschnitt (Median) gestiegen. 2019 war ein bis dato nicht erwarteter Höchstwert von 480€ festgestellt worden.

Zeigt der Berliner Mietpreisdeckel also keine Wirkung? Dr. Brauckmann „Wer wenig Zeit für die Suche hat und pünktlich eine Bleibe braucht, wird es wahrscheinlich weiterhin nicht einfach haben etwas Passendes in Berlin zu finden. Daher ist es aus unserer Sicht so wichtig die weitere Entwicklung fundiert zu betrachten“.

Ist die „Grenze des Bezahlbaren“, wie Immowelt titelt, erreicht? Das Moses Mendelssohn Institut ist sich mit weiteren Akteuren einig, dass die Wohnkostenbelastung in Deutschland und in den Hochschulstädten extrem unterschiedlich ist. Vielerorts ist ein Preisniveau erreicht, welches durch BAFöG und Nebenjobs nicht mehr finanziert werden kann. Dann entscheidet das Einkommen der Eltern über die Studienplatzwahl, was nicht der geforderten Chancengleichheit entspricht.

Auch das Moses Mendelssohn Institut geht davon aus, dass die erheblichen Preissteigerungen der letzten Jahre so nicht weiter am Markt leicht durchsetzbar sein werden.

Zur Pressemitteilung von Immowelt.

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