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Statistisches Bundesamt erwartet steigende Zahl der Einpersonenhaushalte. Umdenken an den Wohnungsmärkten erforderlich.
Laut Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes wird die Anzahl der Haushalte in Deutschland weiterhin zunehmen und von 41,4 Millionen (2018) auf 42,6 Millionen Haushalte bis 2040 anwachsen. Insbesondere der Anteil von Einpersonenhaushalten wird demnach deutlich ansteigen. Bis 2040 sollen laut Prognose rund ein Viertel aller Haushalte nur noch aus einer Person bestehen. Dies sind fast zwei Millionen Einpersonenhaushalte mehr als heute.

Die weitere Verkleinerung der durchschnittlichen Haushaltsgrößen führt selbst bei einer leicht schrumpfenden Bevölkerung zu einer steigenden Wohnungsnachfrage. Dies betrifft insbesondere angesichts des demographischen Wandels vor allem kleinere, barrierearme Wohnungen, welche vom Preis und der Lage an die Anforderungen kleinerer Haushalte angepasst sind.

Mit Blick auf die deutlich abweichenden Entwicklungen zwischen den einzelnen Bundesländern darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Wohneinheit nicht gleich Wohneinheit ist. So wurden im ländlichen Raum vielerorts keine Bedarfe für neuen Wohnraum im Mehrparteienhäusern in der Wohnungsmarktprognose 2030 des BBSR ermittelt. Solche Verallgemeinerungen können sich nach Einschätzung des Moses Mendelssohn Institutes jedoch oftmals als hinderlich für eine adäquate Wohnraumversorgung erweisen, da notwendige Investitionen etwa in Ersatzneubauten oder Modernisierungen möglicherweise ausbleiben. Denn für ältere Haushalte mit durchschnittlichen Renten stehen vielerorts zu wenige barrierearme Wohnungen zur Verfügung.

Die Prognosen geben einen Trend vor. Allerdings ist stets kleinräumig zu schauen, welche Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmärkten realistisch zu erwarten sind.